Wallfahrtskirche St. Jakobus Fuchsberg (Foto: Thomas Kujat – Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald)

Der Fränkische Jakobsweg

Der Name unserer ILE Brückenland Bayern -Böhmen zeigt es bereits – es geht um das Miteinander. International zwischen Bayern und Tschechien, aber auch zwischen unseren 12 Mitgliedskommunen – Zwei Brücken verbinden uns in beiderlei Hinsicht ganz besonders – untereinander und mit unseren Nachbarn aus Böhmen.

Der Fränkische Jakobsweg

Wandern und Pilgern – von Prag aus Böhmen kommend über den Oberpfälzer Wald, weiter bis nach Konstanz am Bodensee und darüber hinaus bis an das Ziel nach Santiago de Compostela, uns seiner Kathedrale in welcher das Grab des Hl. Apostels Jakobus liegt. Die Wiederentdeckung und anhaltende Popularität der alten mittelalterlichen Jakobswege verbindet wie auch damals große Teile Europas und führt die Pilger, zielsicher dem Symbol der Jakobsmuschel auf blauem Grund folgend, in unseren Breiten stets gen Südwesten nach Santiago de Compostela. Jedoch beleben die Jakobswege nicht nur die spirituellen Seiten von Wanderschaft und Wallfahrt, sondern Sie sind auch körperlich eine Herausforderung. Und letztlich zeigen Sie auch stets die natürliche Schönheiten und kulturellen Schätze entlang ihrer Verläufe.

Macht man sich also auf den Fränkische Jakobsweg bietet sich einem die Schönheit und raue Erhabenheit des Oberpfälzer Waldes dar. Und von Tschechien kommend verbindet er auf seinen ersten drei Etappen zudem noch einige unserer ILE-Mitgliedskommunen miteinander.

Die Etappen:

Am Grenzübergang Tillyschanze überquert der Fränkische Jakobsweg die Deutsch-Tschechische Grenze und verläuft in südwestlicher Richtung durch den Oberpfälzer Wald in Richtung Nürnberg. Im Brückenland verläuft der Weg bis Altendorf und von dort dann weiter durchs Oberpfälzer Seenland bis zur Jakobskirche der Großen Kreisstadt Schwandorf. Jedoch gilt es stets angepasst an das eigene Können und die jeweiligen Unterkunftsmöglichkeiten (teilweise auch etwas abseits des Weges) sich die Strecke selbst einzuteilen. Folgende Etappen sind lediglich ein Vorschlag wie man sich den Weg einteilen könnte.

Eslarn – Wildstein (rund 19km) Von der Tillyschanze kommend verläuft der Jakobsweg über den Markt Eslarn vorbei am sehenswerten und besuchenswerten Kommunbrauhaus und dem Freizeitareal Atzmannsee nach Südwesten und führt nördlich am Stangenberg vorbei, durch ausgedehnte Waldgebiete stetig ansteigend (auf der rund 19 km langen Etappe geht es rund 330 Höhenmeter nach oben und 166 Höhenmeter steigt man im Verlauf ab) nach Wildstein, wo der Jakobsweg vom Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab in den Landkreis Schwandorf wechselt. In Wildstein gibt es ein die Möglichkeit in der örtlichen Gastwirtschaft die Möglichkeit einzukehren und zu übernachten. Von hieraus lohnt sich auch noch ein kleiner Abstecher abseits des Jakobsweges zum nahegelegen Naturdenkmal Burgstall Wildstein. Der nur noch in Resten erhaltene Burgstall aus dem 14.Jhd. bietet jedoch trotzdem eine zauberhafte und mystische Atmosphäre sowie eine schöne Aussicht. 

Wildstein – Willhof/Altendorf (rund 25,5 km) Von Wildstein aus geht es wellig aber stetig abnehmend in Richtung Willhof. Dabei führt der Jakobsweg in südwestlicher Richtung zunächst um den besagten 740m hohen Wildstein herum und verläuft über den kleinen Ort Kühried, vorbei an Burkhardsberg weiter zur sehenswerten und idyllisch gelegenen Jakobikirche Fuchsberg aus dem 18. Jahrhundert. In Fuchsberg selbst leitet der Weg vorbei an der regional bekannten Schlossbrauerei bis nach Teunz mit seiner Pfarrkirche St. Lambert. Aus Teunz heraus gilt es die Bundesstraße B22 zu überqueren um danach über Voggendorf, Rottendorf und vorbei an Enzelsberg nach ca,. 19 Km die Gemeinde Guteneck zu erreichen. Guteneck ist weithin bekannt für seine Schlossanlage und die dort jährlich stattfindenden Veranstaltungen (bspw. der Weihnachtsmarkt, Gartentage oder Highland-Games). Neuerdings gibt es auch einen Biergarten am Schloss.  Der Jakobsweg führt durch ein waldreichen Abschnitt  weg von Guteneck in südliche Richtung, wo er nach ca. 3,5 km den Wald wieder verlässt. Hier vor Schirmdorf gilt es sich zu entscheiden. Dem Jakobsweg folgend führt der Weg über Schirmdorf nach Willhof mit seiner kleinen Jakobskirche. Allerdings bietet der Ort keine Übernachtungsmöglichkeit, sodass ein Abstecher in den nahgelegenen Hauptort Altendorf unvermeidlich ist. Vor Schirmdorf führt auch der mit einem „Weißen Schrägstrich auf grünem Grund“ markierte Sautreiberweg direkt nach Altendorf wo man Unterkunft und Verpflegung in 2 Gasthäusern finden kann. Auch für den weiteren Weg kann man sich hier gut im Dorfladen Altendorf eindecken. Wie man sich entscheidet zwischen Altendorf und Willhof kann man die idyllische Stecke entlang des schönen Flusstales der Schwarzach auch sehr gut auf dem Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweg – unserer zweiten „Brücke“ – zurücklegen. 

Willhof/Altendorf – Schwandorf (rund 24,5 km) Es geht schließlich von Willhof über da kleine Oberkonhof bergauf durch den Wald und nach knapp 3,5 km verlässt der Jakobsweg das Gebiet des Brückenlandes und führt hinunter ins schöne Auerbachtal. Dieses wird durchquert und führt wiederum bergauf nach Wundsheim. Von hier eröffnet sich ein toller Blick auf das Oberpfälzer Seenland.  Über Hohenirlach führt der Jakobsweg vorbei am Westufer des touristisch vielfältig erschlossenen Murnersee. Der Blick vom einem 16 m hohen Aussichtsturm zeigt bereits auf was auf dem weiteren Weg noch zu erwarten ist. Viel Wald und viel Wasser. Der Weg führt nach Holzhaus und begibt sich schließlich direkt hinein in das „Charlottenhofer Weihergebiet“, das mit rund 830 ha größte Naturschutzgebiet der Oberpfalz. Besondere Bedeutung hat es als Brut-, Durchzugs- und Raststätte für viele Vogelarten insbesondere seltene Wasservögel. Schließlich überquert der Jakobsweg die Bundesautobahn A93 und verlauft zwischen Prissath und Kronstetten über den Holzberg weiter zum Schwandorfer Weinbergviertel und von dort schließlich zur Schwandorfer Jakobskirche. Am nahegelegenen Blasturm dem Wahrzeichen der Stadt Schwandorf und dem Geburtsort von Konrad Max Kunz. dem Komponisten der Bayernhymne, findet sich das Türmerhaus des Oberpfälzer Wald Vereins (OWV). Es dient als Anlaufstelle sowie als Wander- und Pilgerstation. Auch die Schwandorfer Touristinformation ist nicht weit entfernt. Von Schwandorf aus führt der Fränkische Jakobsweg dann hinaus in Richtung Franken bis nach Nürnberg. 

Weitere Informationen: 

Michael Schnelle –  Jakobsweg vom Oberpfälzer Wald zum Bodensee (2014) – ISBN: 978-3-86686-142-8

Oberpfälzer Wald Verein – Zweigverein Schwandorf –  http://www.owv-sad.de/